Schlittenarten: Davoser, Rodel, Hörnerschlitten und Bob
Stand: 09.10.2026
Die Schweizer Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) unterscheidet starre Holzschlitten, den Rodel und den Bob. Am besten lässt sich auf festem und eisigem Untergrund der Rodel steuern. Ein Davoser Schlitten wird mit den Füßen gelenkt und gebremst. Diese Seite erklärt die Arten und das Lenken. Eine Kaufempfehlung gibt sie nicht.
Davoser Schlitten
Nach Davos Tourismus hat der Davoser Schlitten zwei eisenbeschlagene Kufen, die eine Eisenstange verbindet, und drei Holzlatten. Er ist traditionell aus Eschenholz und 80 bis 130 Zentimeter lang. Den Namen verdankt er dem ersten Schlittenrennen von Davos nach Klosters im Jahr 1883. Man sitzt aufrechter als auf einem Rodel, und der Davoser ist langsamer. Gelenkt wird mit den Füßen: Ein Fuß geht neben der Innenkante in den Schnee. Auch gebremst wird mit den Füßen.
Holzschlitten mit Hörnern (Hörnerschlitten)
Das Aktionsforum „Das sichere Haus“ beschreibt den klassischen Schlitten so: zwei Kufen, ein Gestell mit Sitzfläche, vorn nach oben gebogene Kufen. Zum Festhalten dienen vordere Stangen, Hörner, ein Seil oder ein Lenker. Die Beine hält man seitlich, denn vorn können sie leicht unter den Schlitten geraten. Nach der bfu ist ein starrer Holzschlitten mit flachen Kufen schlecht lenkbar.
Rodel
Der Rodel ist laut bfu ein spezieller Holzschlitten, der sich auch auf festem und eisigem Untergrund gut lenken lässt. Die bfu empfiehlt ihn deshalb. Der ÖAMTC rät bei häufigem Rodeln zu einer hochwertigen Rodel mit kantigen Kufen, die in Kurven besseren Halt gibt. Der DAV empfiehlt allgemein einen Qualitätsschlitten.
Bob und Kunststoff
- Bob: Er gleitet laut bfu gut im weichen, nassen Schnee. Auf hartem oder eisigem Grund wird er schnell und lässt sich schwer lenken und bremsen.
- Plastikbobs und aufblasbare Rodeln: Der ÖAMTC nennt sie bei höherem Tempo kaum kontrollierbar und deshalb gefährlich.
- Kunststoff-Rutscher und Plastiktüten: „Das sichere Haus“ weist darauf hin, dass sie Stöße kaum abfedern. Sie wirken direkt auf die Wirbelsäule. Rutscher lassen sich kaum lenken.
- Der DAV rät, Plastikschlitten wie Bobs, Teller oder Wannen nur bei geschlossener Schneedecke ohne Steine zu nutzen.
Lenken
- Rodel: Gewicht nach innen verlagern. Mit einem Bein drücken Sie die äußere Kufe nach innen, die innere Kufe entlasten Sie über den Lenkriemen (bfu).
- Schlitten ohne Lenkriemen: Gewicht nach innen verlagern und einen Fuß neben der Innenkufe in den Schnee drücken (bfu).
Bremsen
- Beide Füße flach neben den Kufen in den Schnee drücken. Die Beine nicht durchstrecken. Vorne anheben verstärkt die Bremswirkung (bfu).
- Aufsetzen, damit die ganze Sohle Reibung bringt. Nur mit den Fersen zu bremsen reicht laut ÖAMTC nicht.
- Feste Schuhe mit gutem Profil tragen, bei Eis zusätzlich Bremshilfen (bfu).
- Nicht auf dem Bauch und nicht mit dem Kopf voran fahren (DAV, „Das sichere Haus“).
- Der Bremsweg wird auf Schnee und besonders auf Eis oft unterschätzt (DAV).
Vor der Fahrt
Holz kann splittern oder morsch sein, scharfe Kanten an Kufen und Kunststoffkörpern sind gefährlich („Das sichere Haus“). Prüfen Sie den Schlitten deshalb vor jeder Fahrt. Einen Helm empfehlen bfu, DAV und KFV für jede Schlittenart.
Im Verzeichnis sind 190 Naturrodelbahnen eingetragen, 795 Rodelbahnen und Rodelhänge insgesamt. Weitere Ratgeber: Rodeln mit Kindern und Nachtrodeln. Eine Bahn in Ihrer Nähe finden Sie auf der Startseite.
Quellen
Abgerufen am 09.10.2026:
- bfu Beratungsstelle für Unfallverhütung: Schlitteln
- Davos Tourismus: Der Davoser Schlitten
- Aktionsforum „Das sichere Haus“: Kompaktinfo Schlitten und Rodeln (PDF, Stand 2016)
- ÖAMTC-Flugrettung: Unfallgefahr beim Rodeln oft unterschätzt
- Deutscher Alpenverein: Rodeln, 10 DAV-Empfehlungen
- Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV): Tipps für mehr Sicherheit beim Rodeln, bei vol.at
Fehler gefunden oder etwas veraltet? Hinweis senden